Der Absturz des Immobilienmarktes

16.09.2026, 08:44
Wiens Wohnungsmarkt bleibt trotz Erholung deutlich unter 2022.

Auch das erste Halbjahr 2026 zeigt nach oben: Die Wohnimmobilientransaktionen legten in Wien um 15,1 % und österreichweit um 23,4 % gegenüber dem Vorjahreshalbjahr zu. Wichtig: Diese Halbjahresdaten umfassen eine breitere Immobilienkategorie als die Jahreszahlen zu Eigentumswohnungen. Sie lassen sich deshalb nicht direkt in dieselbe Zeitreihe einordnen.


Warum weniger Verkäufe nicht automatisch günstigere Wohnungen bedeuten

Der überraschende Befund: Während die Verkaufszahlen deutlich unter 2022 lagen, erreichte der durchschnittliche Wiener Quadratmeterpreis 2025 bereits 5.512 Euro – gegenüber 5.437 Euro im Jahr 2022.

Das bedeutet nicht, dass jede Wohnung teurer geworden ist. Durchschnittswerte hängen auch davon ab, welche Objekte verkauft werden. Für den Wert einer konkreten Wohnung zählen Lage, Zustand, Ausstattung und vergleichbare Abschlüsse.

Die Bank entscheidet mit

Eine Wohnung kann gefallen und trotzdem am Käuferbudget scheitern. Höhere Kreditzinsen verkleinern bei gleicher leistbarer Monatsrate die finanzierbare Summe. Der Angebotspreis muss deshalb auch zur Kaufkraft potenzieller Interessenten passen.

Die KIM-Verordnung endete am 30. Juni 2025. Die bekannten Leitwerte – maximal 90 % Beleihung, 40 % Schuldendienstquote und 35 Jahre Laufzeit – bleiben eine Referenz für solide Kreditvergabe. Abweichungen sind möglich; eine automatische Vollfinanzierung folgt daraus nicht.

Wien ist kein einheitlicher Markt

Im Bezirksvergleich des Berichts steht in Josefstadt und Mariahilf relativ wenig sichtbares Angebot den Verkäufen des Jahres 2025 gegenüber. In Liesing und Floridsdorf ist dieses Verhältnis deutlich ungünstiger.

Dieser Vergleich ist keine gemessene Abverkaufsquote: Er setzt Jahresverkäufe mit einem späteren Angebotsbestand ins Verhältnis. Er zeigt aber, warum ein pauschaler „Wien-Preis“ für die Verkaufsstrategie zu wenig ist.

Ab 2027 könnte das Angebot knapper werden

Weniger Neubau und weiteres Bevölkerungswachstum könnten mittelfristig Druck auf die Preise ausüben. Die im Marktbericht zusammengeführten Prognosen erwarten eine mögliche Angebotsverknappung ab Ende 2026 beziehungsweise Anfang 2027. Wie stark sie wirkt, hängt auch von Zinsen, Einkommen und Konjunktur ab.

Was heißt das für Ihren Verkauf?

Ein hoher Wunschpreis ersetzt keine Marktanalyse. Entscheidend sind tatsächlich erzielte Vergleichspreise, vollständige Objektunterlagen und eine früh geprüfte Käuferfinanzierung.

Sie möchten wissen, wie Ihre Immobilie im aktuellen Markt positioniert ist? Valerto GmbH unterstützt Sie bei der Bewertung und einer fundierten Verkaufsstrategie.